AKA: Three Fellas, Gang Fight – Laufzeit: 94 Minuten – Land: Südkorea – Ab 18 !
Irgendwo in Südkorea… 3 Typen rennen aufgescheucht vor einer ganzen Meute offensichtlich gleichaltriger davon, auf den Gesichtern eine Mischung aus Panik und bubenhafter Freude. Darf ich vorstellen… ? Das sind die 3 Hauptprotagonisten von “Ddukbang” – einer Actionkomödie aus dem fernen Osten. Der Film fokussiert sich in erster Linie auf den Alltag dieser (dreisten) Drei, der hauptsächlich aus Straßenkämpfen und dem Auskosten ihrer gemeinsamen Freundschaft besteht. Eines Tages beschließen sie, eine eigene Gang zu gründen um ihre Ansprüche an bestimmte Territorien zu festigen. Und natürlich muss der starke Deich-Klan als erstes dran glauben ! Doch in diesem “Krieg” gibt es kaum Sieger oder Verlierer. Gebiete werden einem wieder abgerungen, neue Charaktere tauchen auf, längst vermisstgeglaubte erscheinen wieder auf der Bildfläche… und machen mächtig Rabatz !
Ein ganz, ganz böses Vorurteil in Bezug auf jegliche Filme aus dem etwas ferneren (Süd-)Osten ist doch, dass man es als internationaler Zuschauer stets etwas schwierig hat in Bezug auf die Charakter- und Schauspielernamen. Und jedes Mal, wenn ich einen asiatischen Film in den DVD-Player lege, hoffe ich; dieses Vorurteil nicht bestätigt zu bekommen. Nun, “DDukbang” jedoch ist schlichtweg ein Paradebeispiel für ein geradezu babylonisches Namenswirrwarr – zumindest für den allgemeinen Zuschauer (aus dem Westen). Wenn die Drei Haupcharaktere Jeong-kwon Park, Seong-hyeon Gi und Gyeong-ro Yoo heissen – wird es schon schwierig, diese auseinanderzuhalten – selbst wenn diese nur beim Vornamen genannt werden. Die klingen nunmal alle ähnlich ! Wenn wir dann aber auch noch die (sich in meinen Ohren ähnelnden) Namen der zahlreichen Nebencharaktere und Bösewichter mit hinzunehmen, so wird das Ganze doch leicht lächerlich. So oberflächlich dies klingen mag, so hinfällig in einer Filmrezension – das ist es beileibe nicht. Denn bereits diese Form einer “Sprachbarriere” verhindert, dass man als westlicher Zuschauer der Handlung problemlos folgen kann. Wer war jetzt nochmal mit wem… ? Wer war das jetzt doch gleich… ? Der Film wandelte sich bei mir schnell zu einem (allerdings unlustigen) Ratespiel.
Doch genug davon, schließlich gilt es noch andere Dinge zu betrachten. Bei diesem Machwerk hier wären das in erster Linie zwei Dinge: die Action (schließlich erwartet man diese in Anbetracht des Genres, Covers und Titels), und die eigentliche (hoffentlich sinnvolle) Story. Etwas merkwürdig ist diese schon ausgefallen, beziehungsweise eher die Präsentation und Aufmachung derselben. Der Film startet quasi mitten im Geschehen – es wird sich hier und da gekloppt, wir erfahren nur sehr wenig über unsere 3 Hauptprotagonisten. Wir wissen nur eines: es geht den hier gezeigten Menschen offensichtlich nur um eines: um die Ehre. Eine fragliche Ehre, die aus dem Ausgang der unzähligen Straßen- und Revierkämpfe entsteht. Diese ganzen, ständig wiederkehrenden Kabbeleien und Machtkämpfe werden um ein etwas wackeliges Storygerüst geflochten, welches im Grunde genommen aus einem kruden Wirtschaftsplan besteht. Ein fieser Oberguru möchte nämlich einen Gebäudekomplex bauen – genau auf dem Gebiet des Deiches, wo unsere 3 Hauptprotagonisten aufgewachsen sind. Doch wäre dies nur allzu ungerecht, leben hier doch noch zahlreiche (unbescholtene?) Bürger und Bürgerinnen, die hier ihre Heimat haben.
Ich sage es mal frei heraus: ich weiss nicht, was ich überhaupt positives über diesen Film hier berichten könnte. Die Story ist nicht sonderlich originell, die Präsentation absolut fatal (eine jegliche Sinnsuche ist hier erfolglos); und ganz wichtig: der Film scheint nicht so richtig zu wissen, was er denn nun sein möchte. Martial-Arts-Komödie ? Drama ? Thriller ? Ständig schwankt die Stimmung – es geht hin und her zwischen stellenweise lachhaften Kampfszenarien, angedeuteten (ernsthaften) Lebensgeschichten, einer allgemeinen Blödelei und vielleicht auch noch den ganz großen Fragen des Lebens. Diese Mischung wirkt extrem absurd, ganz besonders das Gehabe um die “Kampfesehre” und die eher bubenhaft wirkenden Fehden zwischen verschiedenen Parteien erscheinen mir absolut nicht nachvollziehbar. Als (“richtige”) Komödie hätte das vielleicht funktioniert – aber so, mit den ständig eingeschobenen, überaus “ernsten” (eben nicht) Momenten… einfach lächerlich und mir nicht ganz verständlich. Typen, die sich in spielerischer Weise den Schädel einschlagen, dazu fetzige Musik; und dann die Momente in denen scheinbar über das Leben philosophiert wird – wobei das “Leben” sich hier ausschließlich um das Kämpfen und möglicherweise kriminelle Karrieren dreht… Soetwas will und muss ich nicht sehen, zumal das Ganze keinesfalls als Gesellschaftskritik ausgelegt ist – großer Knackpunkt des Films ! Andererseits sehe ich auch einfach kaum humoristisches an und in diesem Machwerk.
Von wegen Musik… die Titelwahl mag passend sein, klingt in meinen Ohren jedoch mehr als nervig – ganz besonders, wenn ein Raum voller Asiaten in bester Karaoke-Manier loszuschmettern beginnt. Das ist kaum auszuhalten… andere Länder, andere Sitten. Zumindest in Sachen Optik weiss der Film nun wirklich nicht zu geizen; was die Qualität anbelangt. Die gesamte Aufmachung erscheint sehr farbenfroh und stimmig, die Kameraführung ist auf dem höchsten Niveau. Auch gibt es keine allzu hektischen Schnitte oder andere störende Elemente. Es werden zahlreiche Schauplätze gezeigt, von eher abgelegenen Orten über belebte Innenstädte bis hin zu beengten Bars und Wohnungen. Abwechslung ist in jedem Fall geboten – rein technisch ist das Ganze nun wahrlich nicht eintönig. Ganz im Gegensatz zum eigentlichen Inhalt des Films, der so kaum vorhanden ist ! Die Kampfszenen wirken größtenteils etwas unbeholfen, und kommen leider ohne großartige Choreographien aus. Die Darsteller, ich verkneife mir noch einmal die Namen zu nennen; machen einen halbwegs guten Job. Nur leider sind die Rollen nun wahrlich nicht von einer großen Ambivalenz geprägt – es wird geprügelt und zwischendurch auch noch ein gaaanz klein wenig “normales” Leben gelebt. Das war’s – große Geschichten werden einfach nicht erzählt, was es den Darstellern natürlich auch etwas leichter macht.
Schlussendlich: der Film hätte da bleiben sollen, wo er hingehört – auf den asiatischen Markt ! Das westliche Publikum sollte von derartigen, überhaupt nicht international tauglichen Machwerken voller sinnloser Gewalt, Hässlichkeit, sowie vermeintlicher Ernsthaftig- und witzigkeit nicht belästigt werden. Punkte allein für die Optik und die Technik – macht 1.5 von 10 Punkten, d.h. 15 % Filmspaß für “Ddukbang“. “Bang” hätte es bei mir auch fast gemacht als ich die DVD etwas wütend aus dem Player zog – aber gut, wenigstens die Hülle (Doppel-DVD im Schuber) macht etwas her…
















