AKA: Kasshân – Laufzeit: 141 Minuten – Land: Japan
This is another one of these film-reviews that I will better write in german – since it might get complicated. Not only referring to the storyline, but also to the way of reviewing this very special kind of film. So, here we go…
Nanu, was ist denn das für ein Streifen… die Hülle kommt mir doch irgendwie bekannt vor ! Hmm… Hin zum Regal, das Cover gegriffen – und die Story sowie die (recht kleinen) Screenshots in mich aufgesogen. Na, das klingt doch mal wieder nach was… ! Meine Gedanken, als ich mir heute “Casshern” auf DVD zugelegt habe, für einen recht akzeptablen Preis. Und tatsächlich: mir kam das Cover so bekannt vor, da ich den Film schon oft im Laden gesehen; aber eben noch nie zugegriffen hatte. Was zuallererst auffällt, beziehungsweise erwähnenswert ist; sind in erster Linie zwei Dinge: der Film kommt aus Japan, und basiert auf einer Manga-Vorlage. Bereits hier werden sich die Geister scheiden – die einen können mit solchen Portierungen etwas anfangen, die anderen wohl grundsätzlich nicht. Ich persönlich zähle mich aber zu einem großen Fan des fernöstlichen Films, ganz besonders aber zahlreicher Anime-Serien. Nicht umsonst habe ich ein Logo mit dem “NERV”-Schriftzug als Startbild meines Blogs gewählt… Die Frage ist also: ist “Casshern” eines der besseren japanischen Werke, die sich auf einen gezeichneten Grundstoff beziehen ? Kann gar eine ähnliche, “epische” Stimmung aufkommen wie einigen Animes, Stichwort “Neon Genesis Evangelion” ? Oder lässt dieses Werk hier eher kalt ? Ich lade Sie ein, es zusammen mit mir herauszufinden.
Zunächst müssen wir einen kurzen Blick auf die Story werfen. Und: es ist bereits gar nicht mal so einfach, diese in wenigen Zeilen zusammenzufassen. Dies liegt daran, dass der Film im Grunde zwar EIN großes Themenfeld behandelt, aber mit zahlreichen (verworrenen) Nebengeschichten und vielen (komplizierten) filmischen Prämissen aufwartet. Ich versuche es kurz zu umreissen: das Ganze soll irgendwann in der nahen Zukunft spielen – und zwar auf dem Kontinent Eurasien. Der ist politisch allerdings nicht so organisiert wie wir es heute kennen – es gibt zwei zentrale Großmächte, die sich gegenseitig bekriegen. Wir begleiten über den Film die Asiaten, und erfahren mehr über ihre Beweggründe und die Motivation hinter dem Krieg. Ein Wissenschaftler namens Dr. Azuma (Akira Terao) spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, behauptet er doch das sogenannte “NEO”-Gen entdeckt zu haben – ein Gen welches es ermöglicht, quasi “menschliche Ersatzteillager” zu erschaffen. Nur gehen die Experimente allzubald schief… und eine neue Spezies entsteigt den Tiefen des Laboratoriums. Die “NEO-Menschen” haben – hauptsächlich weil sie von ihren “Schöpfern” verstossen werden – beschlossen, die Menschheit auszurotten. Aber nicht nur aus purem Hass, es steckt noch mehr dahinter. Jedenfalls gibt es jetzt nur noch einen, der sie aufhalten könnte – nämlich Tetsuya (Yusuke Iseya), der (nun wiedergeborene) Sohn des Wissenschaftlers.
Sie sehen vielleicht schon, hier handelt es sich um waschechtes Japan-Fantasy-Kino, sofern man dies so nennen möchte. Denn es fällt auf: in Sachen Tiefgang, Charakterzeichnung und das (hier: krude) Durcheinanderwürfeln zahlreicher verschiedener Themata wurde nicht gespart ! Dies alles sollte dabei – selbstverständlich – vor einem “großen Ganzen”, einer grundlegenden Aussage stehen. Und die gibt es tatsächlich, sofern man sie denn für sich entdeckt ! Allerdings ist “Casshern“, zugegeben, ein sehr verworrener Film. Es fällt keineswegs leicht, dem Handlungsverlauf zu folgen. Hinzu kommt die wirklich “aufregende” Optik – ich wähle einfach mal dieses neutrale Wort. Denn einerseits ist sie wirklich gewagt, schön und erscheint aufwendig – auf der anderen Seite scheint es, als wurde das Ganze doch ein paar mal zuviel durch den Computer gejagt (und durch das Studio der Schnitttechniker). Diese absolute “Reizüberflutung” par excellence führt gar dazu, dass sich wohl jeder “normale” Filmfreund in vielen Szenen schon richtig anstrengen muss. Ganz besonders heftig beispielsweise: eine der ersten Kampfszenen. Hier kracht es ordentlich, selbstverständlich alles vor dem Blue-Screen – das Problem aber ist, dass man stellenweise nicht genau weiss, was hier eigentlich kracht ! Die gesamte Szenerie wirkt extrem artifiziell (was sich nunmal nicht vermeiden lässt) – aber wenn einzelne Objekte im Gesamtbild verschwimmen, man gar Mühe hat die Protagonisten in all dem Durcheinander zu entdecken – dann frage ich mich, ob dies nicht doch ein wenig zuviel des Guten war. Keine Frage, für mich war es das.
Die Mischung ist wirklich enorm. Denn wir haben hier einerseits eine düstere Version der Zukunft, entsprechend optisch untermalt. Wir haben Rückblicke auf vergangene Kriegstage, die von der gesamten Optik eher an einen der beiden Weltkriege erinnern. Wir haben quitschbunte Fantasielandschaften, verscheite Bergkuppen auf denen sich überlebende tummeln; eine riesige Roboterfabrik, Schlachtfelder der Zukunft mit vielen Maschinen und wenigen Menschen. Doch dies ist noch nicht alles… ! Denn hierzu gesellt sich noch so manch zusätzliche Ebene – nämlich beispielsweise das Totenreich, oder aber die etwas merkwürdig erscheinenden, da metaphorischen Unterhaltungen. Überhaupt ist, aber dies ist ja auch eine “Spezialität” der Japaner – vieles im übertragenen Sinne gemeint, die Welt der Toten, der Lebenden, aber auch die der Träume und der Phantasie vermischen sich. Puhhh – vielleicht verstehen Sie jetzt, warum es “Casshern” einem wirklich nicht gerade leicht macht. Doch wenn wir schon bei der Optik waren – so lassen sie mich gleich noch meine Meinung über die musikalische Untermalung mit anbringen. Und die ist leider auch nur teilweise gelungen. Es wurde auch hier in Sachen “Holzhammermethode” nicht gerade gespart – viele Passagen wirken eindeutig zu laut und in die Länge gezogen. Einige Stücke sind wirklich gut gewählt – sie sind klangvoll, teilweise mystisch, teilweise majestätisch, teilweise ruhig und traurig. Dieser Mix ist schon gewagt – doch dann kommen noch so unsägliche, absolut unpassend wirkende Rockklänge hinzu. Ein, wenn nicht gar DER Fehler bei Sci-Fi angehauchten Filmen mit Kampfszenen ! Ich habe schon bei “The One” brechen müssen als der Endkampf mit der Musik von Papa Roach entbrannte. Oh-mein-Gott. Schlechter gehts es wirklich nicht mehr. Hier ist es ganz ähnlich. Passt nicht, und da ohnehin keine klare Linie bei der Musikwahl erkennbar ist…
Dann haben wir da noch die Darsteller, deren Leistungen wahrlich schwierig zu beurteilen sind. Ich möchte mir nicht zuviel herausnehmen, und sage nur soviel: in so einem Film muss man nicht DAS großartige schauspielerische Können vorweisen. Wenn irgendwas nicht passt, wird es halt nocheinmal durch die Rechneranlage gejagt… wenn man es einmal so sarkastisch ausdrücken dürfte. Aber generell kann man bei “Casshern” sicherlich von einem grundsoliden schauspielerischen Part sprechen – auch wenn sich für mich einfach kein Charakter wirklich herrauskristallisierte ! Dies liegt aber mit Sicherheit am Drehbuch, und den einfach ZU unspektakulären Rollen – es sind schlicht und einfach auch zu viele Protagonisten ! Und in der Masse geht vieles unter…
Selbstverständlich ist das erst die halbe Miete. Denn wir haben immer noch die Story, die auf eine Bewertung meinerseits wartet. Nun, ich kenne die Vorlagen nicht – für mich ist dies also ein völlig “neues” Werk, dass ich ohne eine jegliche Beeinflussung sehen konnte. Und mal frech: auch ein sich auf eine jegliche Vorlage bezoiehendes Werk MUSS einfach auch für ein allgemeineres Publikum funktionieren – wenn das Ganze nur für Fans gedacht ist, so könnte man sich es auch gleich sparen. Wäre zwar nett gemeint, das Ganze wäre mal in einem anderne Licht zu sehen – aber schließlich sollen auch die Menschen hinter solchen Werken bekannter werden. Und das geht nunmal nur, wenn es heisst: auch allgemein durchaus verträglich ! Was nicht heissen soll, dass ich auf Massenkommerzware abfahre, beileibe nicht. Ich hoffe, Sie verstehen… ? Es MUSS den allgemein interessierten Kinozuschauer einfach umhauen, auch wenn er sich eigentlich gar nicht für die Thematik interessiert hat. Das hat einen Effekt, und ist das größte Lob für die eigentlichen Macher ! Und genau das ist eben das Problem von “Casshern“.
Denn die viel zu verworrene Story zündet einfach nicht. Neben der fehlenden Empathie für die Charaktere, den vielen Prämissen (Zukunft, Krieg, Asien=Macht, Klontechnologie) ist es mit Sicherheit die Verbissenheit seitens des Regisseurs, die den Zuschauer eher nervt als unterhält. Hier musste wirklich alles rein – Leben und Tod, Krieg und Frieden, Liebe und Freundschaft, Ethik, Politik, Moral, Stolz, Wahrheit und Lüge (endlose Liste). Und jedes einzelne Thema bekommt mehr Aufmerksamkeit als einem lieb ist, sodass nicht selten “bedeutungsschwangere” Szenen entstehen, bei denen sich die Charaktere in Zeitlupe bewegen. Soll ich ehrlich sein… ? Ich fand viele diese Szenen einfach nur lächerlich, und auch etwas peinlich. Mit “Glanz und Glorie”, einem Gefühl der Universalbedeutung wie beispielsweise bei der Serie “Neon Genesis Evangelion” der Fall, hat das hier nun wirklich gar nichts zu tun. Ich sage mal: die Idee an sich, nämlich dass Wissenschaftler soetwas wie Klone erschaffen, die sich dann gegen ihre Schöpfer stellen – und sich dann am Ende herausstellt, dass vielleicht doch alles etwas anders war (ohne zu spoilern) – ist eigentlich nicht schlecht. Aber bitte nicht in dieser Form ! Auch die Actionszenen, sofern man denn auf diese besonderen Wert legt, wirken insgesamt eher lachhaft. PENG – da fliegt unser Held auf und davon, in Lichtgeschwindigkeit. Bumms – da zerfetzen 200 Blechroboter auf einmal… und so weiter. Und vor allem: die Kampfszenen sind allgemein gesehen eher bedeutungslos für die Story. Wie ermüdend… !
Ich komme auf eine Gesamtwertung von 1.8 von 10 Punkten, d.h. 18 %. Mehr ist hier keinesfalls drin, und mehr sollte man auch nicht erwarten. Zum Abschluss noch der Trailer:
















