Laufzeit: 98 Minuten – Land: UK
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Basierend auf dem gleichnamigen Buch von Frank Cottrell Boyce wird in diesem eher ungewöhnlichen Film das Schicksal zweiter kleiner englischer Jungen, dem 7 Jahre alten Damian (Alex Etel) und seinem älteren Bruder Anthony (Lewis McGibbon), porträtiert. Nach dem Tod ihrer geliebten Mutter entschied sich ihr Vater Ronnie (James Nesbitt), welcher im Baugewerbe arbeitet, in einen Vorort von Manchester umzuziehen. Kurz nach dem Umzug wird dem jungen Damian, während er an nahegelegenen Bahngleisen spielt; ein Wink des Schicksals zuteil. Eine riesige Sporttasche randvoll mit britschen Pfund landet direkt auf seiner Bude aus Pappmasché…
Damian glaubt an ein höheres Wunder, als er das Geld zum ersten mal sieht
Er vertraut dieses Gehemnis seinem Bruder an, der sofort mit eifrigen Plänen aufwarten kann. Was könnten zwei Jungs mit einer solchen Menge Geld machen ? Auch sie wissen, dass dieser Tage eine große Währumgsumstellung stattfinden wird, die britschen Pfund werden mit der Einführung des Euros hinfällig werden (Anmerkung: Film & Fiktion!). Also beginnen sie, jeder auf seine ganz eigene Art und Weise, mit dem Geld umzugehen. Ich möchte an dieser Stelle vermeiden, über den weiteren Verlauf des Films zu sprechen, da sich wirklich jeder selbst ein Bild machen sollte. Schauen Sie sich diesen Film unbedingt an !
Damian “trifft” verschiedene Heilige – auch er möchte Gutes tun
Jawohl – dieser ist einer meiner Lieblingsfilme der letzten Jahre. Ich sah ihn nun schon einige Male, ohne das ich dessen müde wurde. Millions ist ein Film den man nicht mit anderen vergleichen kann. Und das ist auch gut so. Eine Geschichte über 2 Jungs die plötzlich einen enormen Geldbetrag quasi zur freien Verfügung haben, da (fast) niemand um diese Tatsache weiss – bis auf den eigentlichen Bankräuber der fortan hinter dem Geld her ist – ein spannender Ansatz. Dazu gibt es Nebengeschichten wie die des Vaters, der den Verlust seiner Ehefrau verarbeitet; und nun erstmalig wieder zögerlich eine Frau auf sich zukommen lässt.
Selbst berühmt-berüchtige Kritiker wie Roger Ebert bezeichnen dieses Werk als einen wirklich guten Film – selbstverständlich erhielt er auch einige Nominierungen für verschiedene Preise. Wenn Sie mich fragen: einen Oskar hätte er durchaus verdient – oder zwei. Einen für den besten Film, und einen für die darstellerische Leistung von Newcomer Alex Etel !
Damian hat viel Gutes in sich – ständig sorgt er sich um seine Mitmenschen
Wo wir gerade von ihm sprechen – ich möchte noch einmal kurz auf den Charakter eingehen, den er spielt. Damian scheint ein sehr religiös angehauchtes Leben zu führen – er glaubt an Gott, den Himmel, den weitreichenden Unterschied zwischen Gut und Böse; und dass Untaten irgendwann einmal von einer höheren Instanz bestraft werden müssten. Diese hier beschriebene Form einer “Religion” ist zugleich eine, die ich respektiere, wenn nicht sogar für mich selbst in Anspruch nehme – da es eine konfessionslose ist. Alle dahingehenden ideologischen Gedanken entstammen seiner eigenen, gütigen Persönlichkeit; wir sehen hier weder die Gesellschaft, noch Kirchen oder Pastoren die ihn auf irgendeine Art beeinflussen. Mit Sicherheit erscheint sein Verhalten macnhmal eher naiv. Aber immerhin ist der hier gespielte Charakter erst 7 Jahre alt ! Nehmen Sie nur die Szene, in welcher der unbekannte Bankräuber zum ersten mal erscheint, auf der Suche nach seinem Geld. Diese Geschichte impliziert einfach grandios, dass es immer bösartige Kräfte geben wird mit denen man zu kämpfen hat; so vertrauensvoll und gütig man auch sein mag. Und er impliziert noch etwas anderes: dass man mit der Kraft des Glaubens (an das Gute) fast alles überstehen kann, dass einen eine höhere Macht beistehen kann wenn man nur richtig handelt. Nicht nur, wie es scheint – denn hier kommt sein Bruder Anthony wieder ins Spiel. Er scheint der gefühlskältere der beiden zu sein, der viel im voraus denkt und plant – doch kümmert er sich fürsorglich um seinen kleinen Bruder; hat ein gutes Herz. Den Film zitierend: “er weiss nur nicht, wo es ist…” – doch wer kümmert sich hier eigentlich um wen ? Diese Frage werden auch Sie sich möglicherweise stellen, wenn Sie den Film sehen…
Das Ewige Licht, welches nur auf manche von uns scheinen mag
Der technische Part des Films ist – ebenso wie die Leistung der Darsteller – exzellent gelungen. Nehmen Sie James Nesbitt als den Vater der beiden Brüder – ein wirklich ausdrucksstarker Darsteller. Eine kleinere Nebenrolle ist mir besonders ans Herz gewachsen: die des lokalen Polizisten (Pearce Quigley). Die Rolle scheint ihm wie auf den Leib geschneidert – ich musste zumindest so manches mal mehr als Grinsen (besonders wenn er nach Tee oder Toast fragt)… Dann haben wir Alex Etel – beide Daumen hoch für diese herzerwärmende Darstellung. Zu meiner Überraschung ist seine Filmographie noch nicht sehr gefüllt. In The Waterhorse hatte er zum Beispiel auch eine Hauptrolle. Ich bin mir aber fast sicher: dieses hier wird seine berühmteste Rolle bleiben – zu recht !
Mit dem Glauben an das Gute könn(t)en wir viel erreichen
Die allgemeine Optik des Films ist beeindruckend. So etwas habe ich vorher überhaupt noch nicht gesehen. Die saftig-grünen Wiesen vor blauem Himmel, die Überfallsszene in diesem speziellen Rotton – dieser Fim arbeitet viel mit Farben und diesen eher untypischen Szenenaufbauten. Besonders die Schnitte zwischen den Szenen fallen auf – zum Beispiel als Anthony und Damian auf der Suche nach einem Haus als Geldanlage sind. Etwas das ebenfalls auffällt: die Kamera-Handhabung und -Positionierung ist mehr als aussergewöhnlich. Wir haben viele Nahaufnahmen, gemischt mit netten Perspektiven von Verfolgerkameras und erfrischenden Zoomeffekten. Es macht einfach nur Spaß zu sehen, wie ein Film fast alle (auch technischen) Möglichkeiten ausnutzt die ihm gegeben sind. Der Soundtrack (den ich auch besitze) ist eine weitere, grandiose Wahl; er unterstützt die allgemeinen Emotionen und Eindrücke passend. Wie haben einen Song von Muse, lauschen dem berühmten und wunderschönen “Nirvana” von El Bosco, fröhlich kommt das “Hitsville UK” von The Clash daher; beeindruckend emotional sind die selbstkomponierten Stücke von John Murphy. Ein Soundtrack den man sich immer wieder anhören kann, auch unabhängig vom Film. Der gesamte technische Part würde natürlich nicht halb so schön zu genießen sein, wäre der Inhalt nicht ebenfalls derart reich und unterhaltsam ! Hier stimmt einfach das Gesamtpaket.
Damian hat eines seiner größten Ziele erreicht…
Schlussendlich: einer der ausgefeiltesten und bewegendsten Filme die ich je sah. Hauptsächlich zurückzuführen ist dies auf die zeitlosen, universellen Aussagen; das Plädieren für Menschlichkeit, das Einfangen von Kindheitsemotionen. Der Film treibt einen die Tränen in die Augen – manchmal weiss man einfach nicht ob man lachen oder weinen soll. Doch lässt er den Zuschauer aufleben, gut fühlen, und nicht zuletzt nachdenken. Und mich hinterlässt er nachhaltig beeindruckt. Ich vergebe 9.8 von 10 Punkten. Und einen IkarusAward:
– Für die einzigartige Filmatmosphäre und einen “magischen”, wenn nicht gar übernatürlichen Filmtouch der seinesgleichen sucht. Und die überaus wichtige Botschaft, die sehr zu Herzen geht. Taschentücher bereithalten !
Diese DVD bei Amzon – Der Trailer
Originally based on a book written by Frank Cottrell Boyce, this rather unusual film is focusing on two english boys, 7-year-old Damian (Alex Etel) and his older brother Anthony (Lewis McGibbon). After the death of their beloved mother their father Ronnie (James Nesbitt), who works in the building sector; decides to move to the suburbs of Manchester. Shortly after the move, young Damian is confronted with another stroke of fate while playing near the local railroads… a huge bag full of money is landing right on top of his home-made hangout.
He is entrusting this secret to his brother, who is starting to develop plans immedeately. But what to do with this huge amount of money ? These days there will be a(fictional) change currency change from the pound to the euro – so the money would be useless soon. Damian and Anthony know this, so they are starting to deal with the money – in two very different ways.
It is one of the best-made and most emotional films that I ever came to see. This is mainly referrable to the universal messages, the general pleading for humanity, the capturing of childrens emotions. This film brings tears to your eyes – sometimes you would not know wether to laugh or cry. Still, this film makes you feel good, and makes you think. A lot ! I am very impressed. 9.8 out of 10 points – and one IkarusAward:
– For the very unique athmosphere and the magical, if not supernatural touch that you would not find in any other film. And of course, for the very special meaning which will touch anybody deep in their hearts.





